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Wunschkund:innen sind kein Zufall

Wen du anziehst, entscheidest du vor der ersten Anfrage

Hundetrainerin begleitet zwei Mensch-Hund-Teams beim Training am Feldrand

Der Plan klingt immer gleich vernünftig: erst einmal günstig starten, jeden Auftrag annehmen, den man kriegen kann, und später, wenn es läuft, aussortieren.

Ich verstehe diesen Plan gut. Hinter ihm steckt die größte Angst beim Start in die Selbstständigkeit: dass niemand kommt. Und trotzdem ist er teuer. Denn wer ein Jahr lang jeden Auftrag annimmt, hat danach zwar einen vollen Kalender – nur nicht mit den Menschen, für die er diesen Beruf eigentlich gewählt hat.

Dass das keine schöne Theorie ist, zeigt mir gerade eine Trainerin, die ich von ihrem ersten Schritt an begleiten darf.

Was bei ihr anders lief

Ihre Abschlussprüfung war im April, ihre Existenzgründung folgte Schlag auf Schlag: Im Mai meldete sie ihr Gewerbe an, im selben Monat starteten wir mit dem Coaching. Seit Juni stehen ihre Website und ihr Instagram-Profil. Ihr eigenes Ziel war bewusst bescheiden: Wenn Richtung Herbst die ersten Kund:innen kommen, wäre sie zufrieden.

Es kam anders. Im Juli hat sie ihre vierte Buchung angenommen, die nächste Anfrage ist gerade reingekommen. Und das Bemerkenswerte daran: Bisher kam jede einzelne von genau der Sorte Kund:innen, die sie sich gewünscht hatte.

Zauberei war das nicht. Sie hatte vor ihrer ersten Anfrage Entscheidungen getroffen, die viele Gründer:innen aufschieben, bis der Kalender längst voll ist mit allem Möglichen.

Vier Entscheidungen, die bestimmen, wer bei dir anfragt

Hundetraining im Wald: Trainerin bespricht mit einer Kundin und ihrem Hund die nächste Übung

Entscheide, wen genau du willst

„Alle mit Hund“ ist keine Zielgruppe, sondern ein Nebel. Je konkreter du weißt, mit wem du arbeiten willst, mit welchen Menschen, welchen Hunden, welchen Themen, desto klarer werden deine Texte, dein Angebot und deine Gespräche. Und Wunschkund:innen erkennen sich in klaren Texten wieder. Die anderen übrigens auch: Sie erkennen, dass sie woanders besser aufgehoben sind. Beides ist ein Gewinn.

Setz deinen Preis als Filter ein

Bei einem Abendessen während einer Fortbildung habe ich einmal erlebt, wie sich ein ganzer Tisch voller Trainer:innen in zwei Lager teilte. Das eine fand: Gutes Training muss sich jede:r leisten können, hohe Preise gehen nicht. Das andere: Meine Arbeit darf einen Wert haben.

Ich glaube bis heute, dass beide Lager über die falsche Frage gestritten haben. Das Fundament deines Preises ist keine Meinung, sondern eine Rechnung aus Ausbildung, Erfahrung und deinen echten Kosten. Als Anfänger:in verlangst du keine Mondpreise, aber du verschenkst auch nichts. Und darüber hinaus ist der Preis vor allem eines: eine Positionierungs-Entscheidung. Ein Preis mit Selbstbewusstsein zieht Menschen an, die den Wert deiner Arbeit sehen wollen. Ein Kampfpreis zieht Menschen an, die vor allem eines suchen: den Kampfpreis.

Sprich in Angebot und Außendarstellung ihre Sprache

Deine Wunschkund:innen googeln nicht nach „ganzheitlichem Trainingskonzept“. Sie suchen nach ihrem Problem: der Hund, der an der Leine ausrastet, das Alleinbleiben, das nicht klappt. Wenn dein Angebot ihr Problem beim Namen nennt und deine Website zeigt, für wen du da bist, fühlt sich die richtige Person sofort gemeint. Genau so entstehen Anfragen, die schon im ersten Satz passen.

Plane den Zweifel-Moment ein

Er kommt bei fast jedem Start: zwei Wochen ohne Anfrage, und plötzlich flüstert eine Stimme, du solltest die Preise senken, die erste Stunde verschenken, doch jeden nehmen. Die Gründerin aus meiner Begleitung kennt diese Momente auch. Der Unterschied: Sie hat sie nicht allein entschieden. Statt im Zweifel die eigene Positionierung einzureißen, haben wir gesprochen, sortiert, und sie hat weitergemacht wie geplant. Sie nennt das „wieder aufs Gleis gesetzt werden“. Wenn du allein gründest, such dir mindestens eine Person, die deine Panik-Entscheidungen gegenliest, bevor du sie triffst.

Dein Wunschkund:innen-Profil in fünf Fragen

Bevor du Preise, Website oder Angebote baust, beantworte diese fünf Fragen schriftlich:

1

Wer genau?

Beschreib eine konkrete Person statt einer Zielgruppe, mit Alltag, Hund und Lebenssituation

2

Welches Problem?

Was drückt so sehr, dass diese Person aktiv nach Hilfe sucht

3

Warum bei dir?

Was an deinem Weg, deiner Art und deinem Wissen passt genau zu ihr

4

Was ist es ihr wert?

Welchen Preis trägt diese Person gern, wenn die Lösung ihr Problem wirklich löst

5

Woran erkennst du sie?

Welche Sätze, Fragen oder Signale in der ersten Nachricht zeigen dir: Das ist sie

Alles, was danach kommt, wird leichter. Denn ab jetzt weißt du, für wen du schreibst, kalkulierst und planst.

Und falls dir der Plan vom Anfang bekannt vorkam: Du musst nicht jeden Auftrag annehmen, um zu überleben. Es ist genau andersherum. Je klarer du wählst, desto schneller kommen die Richtigen, und desto seltener brauchst du später die Kraft, Nein zu sagen.

Nimm dir heute eine halbe Stunde für die fünf Fragen. Es ist die günstigste Marketingmaßnahme deiner gesamten Selbstständigkeit.

Christin Götzen, Dein Hundetrainer Coach, am Flipchart

Hi, ich bin Christin

Coach für Hundetrainer:innen

Seit 2007 bin ich im Hundetraining zu Hause, von der eigenen Hundeschule bis zur Ausbildung von Trainer:innen. Denn dein Beruf ist mein Beruf.

Lass uns einfach kennenlernen: In einem kostenlosen 15-Minuten-Gespräch erzählst du, wo du gerade stehst, und wir schauen gemeinsam, wie ich dir dabei helfen kann, deinen Traineralltag leichter zu gestalten.

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