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Locken im Hundetraining: So baust du die Lockhand ab und erklärst es deinen Kund:innen

Bezahlt wird weiter, verschwinden darf nur die Wurst vor der Hundenase

Locken im Hundetraining: Hunde orientieren sich an der Futterhand der Trainerin

„Wann müssen wir denn eigentlich nicht mehr füttern?“

Hätte ich für jedes Mal, wenn ich diese Frage in meiner Hundeschule gehört habe, ein Leckerli bekommen, wäre mein Beutel heute noch voll. Das Interessante daran: Meine Kund:innen kamen gezielt zu mir, weil ich mit positiver Verstärkung gearbeitet habe. Grundsatzdiskussionen über Futter im Training habe ich mit ihnen fast nie geführt. Und trotzdem steckte in dieser einen Frage immer derselbe leise Verdacht: dass das Futter etwas sei, das man möglichst schnell wieder loswerden muss. Und auch unter Kolleg:innen gibt es viele Vorurteile und Missverständnisse rund um den Einsatz von Locken im Hundetraining: Oft gilt es als bestenfalls geduldeter Notbehelf, den man besser rasch hinter sich lässt.

Genau deshalb ist das Thema für dich als Hundetrainer:in eine doppelte Herausforderung. Du brauchst die Technik selbst sauber in deinem Werkzeugkasten: Das Lockmittel muss so früh und so systematisch verschwinden, dass kein Hund an ihm kleben bleibt. Und du brauchst die Worte dafür, damit deine Kund:innen zu Hause nicht doch wieder mit der Wurst vor der Hundenase wedeln oder das Futter komplett streichen. Denn spätestens beim nächsten Familienessen sagt der Schwiegervater: „Das ist doch Bestechung!“

In diesem Artikel bekommst du beides: den Abbau Schritt für Schritt und die Worte, mit denen du die Trainingstechnik Locken an deine Kund:innen vermittelst.

Warum Locken im Hundetraining ein gutes Trainingswerkzeug ist

Ein Futterstück vor der Nase bringt einen Hund schnell und frustarm in eine Position oder Bewegung, ganz ohne Schieben und Ziehen. Und das gilt nicht nur für den Anfang einer Übung: Auch bei einem Hund, der schon viel kann, ist Locken oft der schnellste Weg in eine neue Position.

Locken ist dabei eine Möglichkeit von vielen. Du kannst ein Verhalten auch abwarten und genau in dem Moment verstärken, in dem der Hund es von selbst zeigt. Oder du baust es dir in kleinen Portionen auf, bis am Ende das fertige Verhalten steht. Manchmal erledigt auch die Umgebung schon die halbe Arbeit, wenn du sie passend einrichtest. Saubere Schubladen gibt es dabei selten. In der Praxis geht das eine ins andere über, und Mischformen sind eher die Regel. Die Frage ist deshalb selten, ob gelockt wird, sondern wann du es tust und wie du wieder herauskommst.

Das Problem beginnt erst, wenn Locken im Hundetraining zum Dauerzustand wird. Wer wochenlang mit Futter in der Hand ins Platz lockt, trainiert genau genommen kein Signal, sondern ein Ritual: Wurst erscheint, Hund folgt der Wurst. Bleibt die Wurst aus, bleibt der Hund stehen und schaut fragend. Das ist der Moment, in dem Kund:innen sagen: „Der macht das nur, wenn er die Wurst sieht.“ Und sie haben recht mit ihrer Beobachtung, nur nicht mit der Schlussfolgerung, dass mit dem Hund etwas nicht stimmt. Er ist weder verfressen noch stur. Er hat genau das gelernt, was geübt wurde: dass die Hand mit dem Futter zur Übung gehört. Zum Locken gehört deshalb von Anfang an der Plan, wie du wieder herauskommst. Und zwar früh.

Bestechung oder Bezahlung? Der Unterschied, an dem alles hängt

Bevor wir zur Technik kommen, brauchst du die eine Unterscheidung, die dir jede Futter-Diskussion leichter macht:

Bestechung ist, wenn das Futter Bedingung bleibt: Ohne sichtbares Futter passiert nichts.
Bezahlung ist, wenn das Futter zur Belohnung wird und der Lockreiz planvoll verschwindet.
Im ersten Fall arbeitet der Hund nur, solange er das Futter sieht. Im zweiten bleibt das Verhalten, auch wenn nichts mehr in deiner Hand steckt.

Dass Training mit Belohnung grundsätzlich der richtige Weg ist, gilt mittlerweile als gut untersucht. Eine vielzitierte Studie von Vieira de Castro und Kolleg:innen (2020, PLOS One) fand bei Hunden aus aversiv arbeitenden Hundeschulen mehr Stresssignale, höhere Cortisolwerte und eine pessimistischere Erwartungshaltung als bei belohnungsbasiert trainierten Hunden. Und Übersichtsarbeiten wie die von Ziv (2017) finden keinen Beleg dafür, dass Methoden über Druck und Schreck bessere Trainingsergebnisse liefern.

Zum Ausschleichen beim Locken im Hundetraining gibt es keine eigene Studienlage. Was jetzt kommt, ist Handwerk. Es ist das, was sich in meiner eigenen Trainingspraxis bewährt hat und was ich heute als Coach an Kolleg:innen und als Referentin in der Hundetrainer-Ausbildung an angehende Trainer:innen weitergebe. Dabei ist es mir wichtig, dass sie das Lockmittel abbauen, bevor sie ihren Kund:innen eine Übung mit nach Hause geben.

Womit du lockst und worauf es dabei ankommt

Bevor es an den Abbau geht, kurz zur Sache selbst:

Ein Lockmittel ist etwas, das der Hund haben will. Du zeigst es ihm und führst ihn damit in die Bewegung oder Position, die du trainieren willst.

Gelockt wird deshalb nicht nur mit Futter. Ein Ball kann genauso funktionieren, und sehr oft lockst du schlicht mit deiner eigenen Bewegung, ohne dass es dir bewusst ist. Im Training ist Futter trotzdem das praktischste Werkzeug: klein, schnell weg und damit gut für viele Wiederholungen hintereinander. Deshalb geht es in diesem Artikel um das Locken mit Futter. Das Vorgehen funktioniert mit anderen Lockmitteln genauso, auch wenn die Feinheiten dort manchmal anders aussehen.

Zwei Dinge gelten für jedes Lockmittel: Das erste ist die Dosierung. Zu attraktiv, und der Hund starrt nur noch auf deine Hand, statt zu merken, was sein Körper gerade tut. Zu langweilig, und er folgt gar nicht erst.

Das zweite ist, wie gelockt wird. Wer das Futter direkt vor die Nase hält und es dann wegzieht, riskiert eine negative Strafe: Für den Hund verschwindet gerade etwas Attraktives, während er ihm folgt. Manche werden davon frustriert, andere hören mit der Zeit ganz auf, sich locken zu lassen.

Das Lockmittel ausschleichen: So kommt die Wurst aus der Hand

Schritt 1: Hör früh auf zu locken, bevor es sich einnistet

Ein häufiger Fehler ist nicht das Locken selbst, sondern dass zu lange gelockt wird. Wie lange es dauert, hängt vom Hund und vom Verhalten ab, aber nach ungefähr fünf bis zehn flüssigen Durchgängen hat das Lockmittel seine Aufgabe erfüllt. Je länger du mit Futter in der Hand weiterübst, desto mehr wird das Futter zum Bestandteil der Übung.

Zähl die gelungenen Durchgänge in der Stunde ruhig laut mit. So sehen deine Kund:innen den Wechsel kommen und verstehen nebenbei, warum er kommt.

Schritt 2: Futter in beide Hände, bezahlt wird aus der hinteren

Der Sprung von „Futter sichtbar in der Lockhand“ zu „Hand komplett leer“ ist für viele Hunde zu groß. Deshalb schiebe ich in der Praxis gern einen Zwischenschritt ein: Futter in beiden Händen. Die Lockhand macht genau das, was sie vorher getan hat, mit dem Futter zwischen den Fingern. Bezahlt wird aber aus der anderen Hand, die gefüllt hinter deinem Rücken wartet.

Für den Hund ändert sich damit nur eine einzige Sache. Das Futter, dem er gefolgt ist, ist nicht mehr das Futter, das er bekommt. Genau diese Trennung brauchst du, um das Lockmittel zügig wieder abzubauen.

Schritt 3: Die Lockhand wird leer

Lockmittel abbauen in der Kundenstunde: Hund folgt der leeren Hand der Trainerin

Jetzt lässt du das Futter in der Lockhand weg. Die Hand bewegt sich exakt wie vorher, nur ohne Inhalt. Folgt der Hund, kommt die Belohnung sofort, weiter aus der anderen Hand oder aus der Tasche, und wieder genau dort, wo der Hund gerade ist.

Das ist der Kernmoment des ganzen Abbaus: Der Hund lernt, dass die Bewegung die Information ist und das Futter die Bezahlung danach. Ein Markersignal hilft dir hier enorm, den richtigen Moment einzufangen, bevor du in die Tasche greifst.

Klappt es nicht, war der Wechsel zu abrupt. Dann beendest du den Durchgang in Ruhe und startest in der nächsten Runde wieder neu. Wichtig ist nur, dass das Futter nicht unmittelbar nach dem misslungenen Versuch wieder in der Lockhand auftaucht, sonst lernt der Hund, dass sich Abwarten lohnt. Der Wechsel ist ohnehin kein Schalter, den du einmal umlegst: Mal ist Futter in der Lockhand, mal nicht. Die Durchgänge mit leerer Hand bezahlst du deutlich besser als die anderen, weil sie für den Hund die schwierigeren sind.

Eine Erläuterung, die deinen Kund:innen an dieser Stelle hilft, ist: „Deine Hand macht genau dasselbe wie eben, nur ohne Inhalt.“ Die meisten Menschen werden nämlich unwillkürlich kleiner und zaghafter in ihrer Lockbewegung, sobald nichts mehr zwischen den Fingern steckt. Ob der Schritt sitzt, siehst du deshalb nicht nur am Hund, sondern auch an der Hand deiner Kund:innen.

Schritt 4: Aus der Lockbewegung wird ein Sichtzeichen

Jetzt wird die Bewegung nach und nach kleiner. Aus dem großen Führen vom Kopf nach unten zwischen die Vorderpfoten wird eine Andeutung, daraus irgendwann ein feines Sichtzeichen. Das ist ein eleganter Nebeneffekt eines sauberen Abbaus: Du musst dir kein neues Signal ausdenken, die verkleinerte Lockbewegung wird zu deinem Handzeichen.

Schritt 5: Erst jetzt kommt das Hörzeichen dazu

Zwei Stolpersteine liegen hier dicht beieinander. Der eine ist ein zu frühes Hörzeichen, eingeführt, solange der Hund noch dem Futter in der Hand folgt. Was er dann lernt, ist nicht „Platz heißt hinlegen“, sondern „Platz heißt: gleich kommt eine Hand, der ich folge.“ Auffallen wird das erst, wenn die Hand wegbleibt und nichts passiert.

Der andere Stolperstein ist noch häufiger: Die Hand setzt sich schon in Bewegung, und erst danach fällt das Wortsignal. Für den Hund ist es damit überflüssig, weil die Bewegung die für ihn relevante Information ist.

Deshalb kommt das Hörzeichen erst dazu, wenn die Hand leer und die Bewegung zu einem Sichtzeichen geworden ist. Und zwar kurz davor, nicht gleichzeitig: erst „Platz“, dann dein Sichtzeichen. Nach einigen Wiederholungen mit beidem lässt du das Sichtzeichen einfach mal weg. Legt sich der Hund trotzdem hin, rollst du ihm sinnbildlich den roten Teppich aus und bezahlst richtig gut. Wie bei der leeren Hand ist das kein Schalter: ein, zwei Durchgänge mit beidem, dann wieder einer nur mit dem Wortsignal, so lange, bis es allein trägt.

Achte in der Stunde deshalb nicht darauf, ob deine Kund:innen das Hörzeichen benutzen, sondern darauf, wann sie es sagen.

Schritt 6: Die Belohnung wandert vom Körper weg

Solange die Bezahlung immer aus derselben Futtertasche kommt, hängt die Mitarbeit schnell an der Tasche. Also variieren: Futter mal aus der Tasche, mal hinter dem Rücken und mal aus der Schüssel, die nebenan auf dem Tisch steht. Und nicht jede Bezahlung muss Futter sein. Ein Zergelspiel oder die Freigabe zum Buddelloch können ebenfalls Verstärker sein, je nachdem, was der Hund gerade wirklich gut findet.

Wenn es hakt, liegt es selten am Hund

Bleibt der Hund am Lockmittel kleben, ist das eine informative Rückmeldung zum bisherigen Training: Irgendwo war ein Schritt zu groß. Typische Stolperstellen sind zu viele Wiederholungen mit Lockmittel oder mehrere Kriterien, die sich gleichzeitig ändern (neue Umgebung und dazu die leere Hand). Geh nach einer Pause einen Schritt zurück und ändere immer nur eine Sache. Die ersten gelungenen Durchgänge bezahlst du großzügig.

Locken im Hundetraining: So läuft das in meinem Training

Die sechs Schritte beschreiben vor allem das Handwerk. In deiner Stunde steht daneben aber ein Mensch, der das Ganze eine Woche lang allein hinbekommen soll. Deshalb hier derselbe Weg noch einmal aus der Stunde heraus, so wie ich ihn mit meinen Teams gegangen bin. Beispielverhalten ist das Hinlegen.

Angefangen habe ich fast immer selbst mit dem Training des Hundes. Ein Stück Futter zwischen den Fingern, langsam vom Kopf des Hundes nach unten zwischen seine Vorderpfoten geführt: Er folgte und legte sich ab. Das Futter bekam er genau dort, wo sich seine Nase befand. Diesen Teil habe ich so weit vortrainiert, bis er auch mit leerer Hand ins Platz ging.

Erst dann habe ich an meine Kundin übergeben. Sie ist denselben Weg noch einmal gegangen, im Schnellverfahren und mit meiner Anleitung: ein paar Durchgänge mit Futter in der Lockhand, dann mit Futter in beiden Händen, dann mit leerer Lockhand. Sie musste dem Hund nichts Neues beibringen, sondern konnte auf meine Vorarbeit aufbauen. Nebenbei hat sie dabei an ihrem eigenen Hund gesehen, wie schnell Training funktionieren kann.

Worauf ich beim Übergeben an meine Kund:innen stets geachtet habe, war die Wiederholbarkeit der Bewegung. Zweimal dieselbe Handbewegung zu machen, ist für sie schwerer, als es klingt. Mal wird die Bewegung größer, mal kleiner, mal schneller, mal langsamer. Für den Hund entsteht so kein gleichbleibendes Bild, und genau das braucht er, um aus dieser Bewegung später sein Sichtzeichen zu machen.

Eingegriffen habe ich auch, wenn es mit der leeren Hand nicht sofort klappte: Manche Kund:innen nahmen dann nämlich gleich wieder Futter in die Lockhand. Das ist zwar verständlich und gleichzeitig heikel, denn der Hund bekommt das Lockmittel ausgerechnet dann zurück, wenn er nicht mitgemacht hat. Er lernt daraus, dass sich Abwarten lohnt.

Danach habe ich das Training wieder übernommen und vorgearbeitet. Die Hand, die eben noch bis zum Boden geführt hatte, ging Stück für Stück weiter nach oben, bis von der großen Bewegung das kleine Sichtzeichen übrig war, das am Ende stehen sollte. Und danach war wieder die Kundin dran, bis auch ihre Hand beim fertigen Sichtzeichen ankam.

Auf die gleiche Weise habe ich dann das Hörzeichen eingeführt und dann wieder schrittweise an meine Kundin übergeben.

Solche Abläufe gehen wir übrigens in meinen Praxis-Workshops für Hundetrainer:innen in Ruhe durch, vom ersten Futterstück über das fertige Hörzeichen bis hin zum Anleiten der Kund:innen.

Die eigentliche Kunst: deinen Kund:innen erklären, was du da tust

Die Technik ist der einfache Teil. Schwieriger wird die Frage, die irgendwann kommt: „Wann müssen wir denn eigentlich nicht mehr füttern?“

Am liebsten antworte ich darauf mit einem Beispiel, das die meisten Menschen von sich selber kennen: Denn niemand geht weiter zur Arbeit, wenn das Gehalt langsam ausgeschlichen oder gar gänzlich gestrichen wird. Warum sollte ein Hund es anders halten?

Nicht die Bezahlung verschwindet, sondern nur das Lockmittel in deiner Hand.

Locken im Hundetraining vermitteln: Trainerin begleitet ein Mensch-Hund-Team im Kurs

Nimm die Frage als Einladung. Beantworte sie mit dem Ablauf statt mit einer Rechtfertigung. „Ab heute, damit fangen wir gleich an“ bringt dich weiter als jede Erklärung, warum Futter im Training in Ordnung ist. Danach zeigst du den ersten Schritt.

Lass sie den Unterschied fühlen, statt ihn nur zu hören. Erklär vorher kurz, was du tust, dann startest du mit dem Vortraining. Wenn der eigene Hund plötzlich der leeren Hand folgt, ist der Aha-Moment für deine Kund:innen sehr schnell da. Erst danach kommt die Erklärung, festgemacht an dem, was gerade zu sehen war. Wer eine Leine hält und dabei einen aufgeregten Hund im Blick behalten muss, nimmt vorher ohnehin kaum etwas auf.

Mach den Abbau sichtbar. Benenn ausdrücklich, was sich verändert hat: „Vor einer Woche brauchte dein Hund immer die Wurst vor der Nase, heute reicht in vielen Situationen schon dein Hörzeichen.“ Solche Schritte sind so klein, dass sie ohne deinen Hinweis untergehen. Mehr Werkzeuge dafür findest du im Artikel Fortschritte sichtbar machen.

Rechne fest damit, dass zu Hause weiter gelockt wurde. Du siehst es in der Folgestunde sofort: Der Hund wartet schon wieder auf die Bewegung der Lockhand, bevor überhaupt etwas passiert ist, oder er legt sich erst ab, wenn die Hand ganz nach unten geht, obwohl das letzte Woche im gemeinsamen Training schon deutlich kleiner war. Frag an dieser Stelle nicht: „Habt ihr wieder mit Futter gelockt?“ Das klingt nach Kontrolle und bringt dir eine Ausrede statt einer Information. Sag lieber: „Zeig mir mal, wie ihr das zu Hause geübt habt.“ Dann siehst du in zwanzig Sekunden, wo es hakt, und deine Kund:in muss nichts zugeben.

Sag außerdem dazu, dass kleine Rückschritte manchmal dazugehören. Wer denkt, etwas falsch gemacht zu haben, übt in der Woche darauf nämlich lieber gar nicht.

Bereite deine Kund:innen darauf vor, dass jemand gegenhält. Zwischen deiner Stunde und der nächsten liegt eine Woche Alltag mit vielen anderen Stimmen, und der Schwiegervater vom Anfang sitzt in ziemlich vielen Wohnzimmern. Was in so einem Moment hilft, ist kein Fachvortrag, sondern Sicherheit. Deine Kund:innen müssen niemanden überzeugen, sie müssen nur selbst wissen, warum sie es so machen.

Dafür reicht ein kurzer Satz: „Bestechen wäre, wenn das Futter Bedingung bleibt, damit der Hund ein Verhalten ausführt. Wir bezahlen den Hund allerdings erst, nachdem er das Verhalten bereits gezeigt hat.“ Warum das so wichtig ist, habe ich im Artikel Wenn Kund:innen nicht üben aufgeschrieben. Der saubere Abbau ist deshalb nicht nur eine Technik, sondern auch der beste Rückhalt für zu Hause.

Vier Sätze für deine nächste Kundenstunde

Wenn die Hand leer wird„Deine Hand macht genau dasselbe wie eben, nur ohne Inhalt.“
Wenn gefragt wird, wann Schluss ist„Bezahlt wird weiter, verschwinden darf nur die Wurst vor der Hundenase.“
Wenn jemand „Bestechung“ sagt„Bestechen wäre, wenn das Futter Bedingung bleibt. Wir bezahlen erst, nachdem der Hund das Verhalten gezeigt hat.“
In der Folgestunde„Zeig mir mal, wie ihr das zu Hause geübt habt.“

Und wann darf jetzt nicht mehr gefüttert werden?

Locken ist ein Mittel zum Zweck, kein Dauerzustand. Nach wenigen gelungenen Wiederholungen wird die Hand leer und die Bewegung schrumpft zum Sichtzeichen. Die Bezahlung wandert aus der Hand in den Alltag. Der zweite, mindestens genauso wichtige Teil deiner Arbeit ist aber die Übersetzung für deine Kund:innen, damit aus „Der guckt doch nur auf meine Hand“ ein „Schau mal, er folgt schon der leeren Hand“ wird.

Damit ist auch die Frage vom Anfang beantwortet: Aufhören zu füttern muss niemand. Aufhören zu locken schon.

Nimm dir für die nächste Stunde ein einziges Verhalten vor und geh die sechs Schritte bewusst durch. Und wenn du ein Mensch-Hund-Team hast, mit dem du beim Abbau des Lockens nicht weiterkommst, ist das ein perfektes Thema für ein Coaching.

Christin Götzen, Dein Hundetrainer Coach, am Flipchart

Hi, ich bin Christin

Coach für Hundetrainer:innen

Seit 2007 bin ich im Hundetraining zu Hause, von der eigenen Hundeschule bis zur Ausbildung von Trainer:innen. Denn dein Beruf ist mein Beruf.

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